Der Völlener Wehrdeich - eine historische Grenze zu Ostfriesland
 

Die Papenburger errichteten den Völlener Wehrdeich im nördlichen Stadtgebiet an der Grenze zu Ostfriesland als Schutzwall vor Wasserfluten. Durch wasserbauliche Maßnahmen in der Emsniederung (Errichtung von Deichen) hat der Wehrdeich im Laufe der Zeit seine ursprüngliche Funktion verloren. Somit konnte sich die Natur auf dem Deich frei entfalten und bot den Papenburgern vor ihrer Haustür eine Naturidylle, die gerne von der Bevölkerung als Naherholungsmöglichkeit angenommen wurde. Bis Anfang der achtziger Jahre war der Völlener Wehrdeich noch ein ökologisch bedeutsamer Naturraum mit einem gut 100m langen “Knick“ aus Weißdorngebüsch und einer großen Anzahl von Bäumen.
Aufgrund der Bemühungen der Stadt Papenburg, den Nordwestrand des Stadtgebietes als attraktives Industrieansiedlungsgebiet mit An-schluss an den Industriehafen (Sielkanal) auszuweisen, mußte der Naturraum Völlener Wehrdeich mit einem breiten, schiffsgängigen Kanal durchbrochen werden. Aufgrund diese Planes waren weitere Eingriffe in die Natur von Nöten:
Bau von Zufahrtsstraßen zu dem künftigen Industriegebiet bzw. Schaf-fung einer Ersatzverkehrsverbindung nach Völlen für die verloren-gegangene Kreisstraße. Im Zusammenhang hiermit entstand nicht nur eine Eisenbahnüberfüh-rung, sondern auch eine Klappbrücke über den Schiffskanal. Insgesamt ein Eingriff in ein Feuchtgrünlandgebiet mit einer interessanten Wiesenvogelfauna. Ein altes Grabensystem mit erhaltenswerter Randflora, einschließlich großer Bäume, musste umgelegt und die Fließrichtung geändert werden. Der vorrangige Haupteingriff in die Natur war die Durchquerung des Gebiets durch einen gut 40m breiten Seitenkanal des Sielkanals.
Die BSH- Ortsgruppe schaltete sich erst in der Spätphase dieses ersten Planungsschrittes ein und konnte nur noch den Vorschlag machen, die betroffenen Bäume nicht zu fällen, sondern umzupflanzen. Zu dieser Zeit (Herbst 1982) gab es diesbezüglich bereits Beispiele aus Holland und anderen Ortes, wo auch noch über 50 Jahre alte Bäume, wie sie im Bereich des Völlener Wehrdeichs anzutreffen waren, mit Spezialgerät umgesetzt wurden. Die Naturschützer waren damals noch Optimisten.
Heute sind von den über 1000 Bäumen, die zum Teil 50 Jahre und älter waren, nur noch ca. 50% erhalten. Auch den Knick aus wertvollem Weißdorngebüsch gibt es nicht mehr. Bedauerlich ist auch, dass ein Naherholungsgebiet, das von der Bevölkerung über Jahrzehnte gerne angenommen wurde, heute nicht mehr zur Verfügung steht.

Baumart
Anzahl
Erle
723
Birke
65
Pappel
56
Kastanie
53
Eiche
26
Ahorn
24
Stechpalme
20
Buche
8
Linde
1
Weide
1
Fichte
32
Kiefer
25
Tanne
23
Eibe
21
Bestandsaufnahme 1982

Nächste Termine:

19.1.2012 20:00 Uhr
Monatlicher Treff in der
Gaststätte Roskamp
Hauptkanal li. 30

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