Esterwegen als Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz?
 

Wie in vielen anderen Gemeinden des Emslandes war auch in Esterwegen ursprünglich eine konventionelle Flurbereinigung zur Verbesserung der Agrarstruktur geplant. Die ökologischen Bestandsaufnahmen im Juli 1988 machten aber deutlich, dass das Gebiet von hervorragender Bedeutung u. a. als Brutfläche für bestandsbedrohte Wiesenvögel war und ist. Eine Neubeurteilung durch die Bezirksregierung Weser-Ems führte zu der Konzeption, ein großflächiges Naturschutzgebiet auszuweisen. Zunächst erfolgte durch Verordnung im August 1989 eine einstweilige Sicherstellung der 3 Teilbereiche Westl./Östl. Melmmoor und Kuhdammmoor mit einer Größenordnung von 1230 ha, die durch die endgültige Unterschutzstellung am 12.6.1992 rechtlich abgesichert wurde.
Ab 1988 bis heute führen Mitglieder der Naturschutzverbände, zunächst des NaBu und heute der BSH, regelmäßig Bestandsaufnahmen durch. Die Zahlen von 1988 bis heute beweisen, dass das Gebiet von herausragender Bedeutung insbesondere für den Wiesenvogelschutz ist.
Am 14. und 15. November 1992 veranstalteten die Naturschutzverbände unter der Federführung der BSH ein Naturschutzwochenende in Esterwegen. Die Naturschützer setzten sich in Form einer Resolution vehement für die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten ein, die anschließend dem damaligen Staatssekretär Bartels überreicht wurde. Klar war, ohne die Landwirtschaft kann ein Grünlandgebiet dieser Größenordnung langfristig nicht in einem optimalen Zustand für Wiesenbrüter gehalten werden. Diese Erkenntnis äußerten wir immer wieder in Schreiben an Landesbehörden, Ministern und Mitgliedern des Landtages. Interessant und wichtig war hier, dass der Vertreter des Landvolkes, Georg Kruse, der Gemeinde, Wulf Kintz, und des Naturschutzes, Karl-Heinz Augustin, in vielfältigen gemeinsamen Aktivitäten immer wieder die Belange der Landwirtschaft aber auch des Naturschutzes zur Sprache brachten. Zunächst war es der Erhalt bzw. die Verbesserung des so genannten Erschwernisausgleichs. Während anfänglich 300-500 DM/ha allgemein gezahlt wurden, werden heute bei entsprechendem Nachweis der Erschwernis Summen bis zu 800 DM ausgezahlt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Forderungen war der einer Naturschutzstation. Esterwegen liegt inmitten eines großräumigen Moor- und Wiesenbereiches mit ca. 25000 ha, der als Moorschutzgebietssystem von Papenburg bis Oldenburg im Landesraumordnungsprogramm planerisch mit Vorrang für die Natur und Landschaft abgesichert wurde. Die Verwirklichung einer Station steht aber noch aus, obwohl sie aus naturschützerischen Gründen notwendig ist, um eine kompetente, flexible und schnelle Arbeit vor Ort zu ermöglichen.
Aber auch die Verbesserung der Struktur Esterwegens insgesamt lag den Naturschützern am Herzen. Ein gemeinsamer Besuch des Bürgermeisters und des Gemeindedirektors der Gemeinde Esterwegen sowie des BSH-Vorsitzenden in der Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz 1991 und 1993, nämlich der Gemeinde Nettersheim in der Eifel sollte Ideen auch für Esterwegen fördern. Zumindest gibt es jetzt in Esterwegen einen Moorlehrpfad und ein Informationszentrum für den naturverträglichen Tourismus. Ein Anfang, um die außergewöhnliche Umgebung Esterwegens auch für deren Einwohner zu nutzen.

Nächste Termine:

19.1.2012 20:00 Uhr
Monatlicher Treff in der
Gaststätte Roskamp
Hauptkanal li. 30

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