Osterfeuer noch zeitgemäß?
 
Osterfeuer wurden als Brauch schon bei den Germanen vor unserer Zeitrechnung zur Sonnenwende als Begrüßung der Frühlingsgöttin Ostera in größeren Gemeinschaften, z.B. im dörflichen Kreise, durchgeführt. Holz war oft der einzige Brennstoff, der sparsam verbraucht wurde und u. a. zum Heizen, Kochen und zur Beleuchtung lebenswichtig war. Verbrannt wurden auch später in unserer Zeit nur geringe Mengen des wertvollen Holzes, das von der Jugend nach und nach gesammelt wurde. Es gab nur ein Osterfeuer im Dorf und das kostbare Brennmaterial wurde vor dem Anzünden bewacht. Das Osterfeuer war nur so hoch, dass z.B. junge Paare darüber hinweg springen konnten, da man ihm u. a. reinigende und Glück bringende Wirkung zuschrieb. Später kam die Kohle als Heizmaterial hinzu und die ersten Ölöfen nach dem großen Krieg waren ein großer Fortschritt. Aber erst die Zentralheizung für fast jedes Haus machte das Holz als Heizmaterial überflüssig.
Deshalb nahm der natürliche Bewuchs mit Bäumen und Sträuchern in der Natur zu. Er störte bei der Modernisierung der Landwirtschaft und mit der Erfindung der Kettensägen war es leicht, den nun störenden Bewuchs zu beseitigen. So kam es, dass es im Garten, an Gräben oder Feldrainen zu viel Abfallholz kam. Es zu entsorgen war nicht einfach, da es keiner als Brenn-material mehr benötigte. Die einfachste Entsorgung war das Verbrennen. Dabei nahm man die erhebliche Umweltbelastung durch den Qualm in Kauf, weil um diese Jahreszeit die Witterung fast immer feucht ist und das Brennmaterial auch. Zum Entfachen benötigte man leicht entzündliche Brennstoffe der Ölindustrie, aber auch alte Möbel, Autoreifen und alles, was sich verbrennen ließ. Aus dem bisher sauberen Osterfeuer wurde häufig eine preiswerte Müllverbrennung. Außerdem stieg wohl auch deshalb die Anzahl der Osterfeuer. Schwerpunkte für zu viele Osterfeuer sind die Gemeinden Papenburg und Westoverledigen (WOL). So zählte man in WOL zu Ostern 1999 ca. 140 gemeldete Osterfeuer. Da es keine Pflicht ist, ein Osterfeuer anzumelden, kann man noch von einer erheblich größeren Anzahl nicht angemeldeter abgebrannter Osterfeuer ausgehen. Viele Reisighaufen werden schon im Herbst angelegt. Im Winter halten sich in ihnen Kleinsäuger und unzählige Insekten auf. Im Frühjahr nisten bereits Vögel in ihnen. Sie alle mit ihrer Brut müssen verbrennen, wenn das Feuer angefacht wird. Die Osterfeuer werden oft auch zu nahe an Bäumen und Sträuchern angelegt, die dann beim Abbrennen beschädigt werden. Sie brennen und qualmen meistens auch zu nahe an Gebäuden. In den meisten Osterfeuern ist Müll in vielfacher Form enthalten. Durch Verbrennung vervielfältigt sich die Anzahl der giftigen Stoffe, die bei Menschen Erkrankungen auslösen können. Asthmatiker und Herzkranke fürchten deswegen diese Tage ganz   besonders.
Die meisten Reisighaufen werden zu früh aufgeschichtet. Sie werden dann vor dem Verbrennen auch nicht mehr umgeschichtet, um darin lebenden Tieren die Flucht zu ermöglichen. Ein Abklopfen des Reisighaufens vor dem Abbrennen ist unsinnig. Ein Igel z.B. rollt sich beim Abklopfen noch enger zusammen, andere Tiere verkriechen sich tiefer in den Reisighaufen. Als Mindestabstände zu Gebäuden müssen 300 m, zu Bäumen, Sträuchern, Hecken 100 m eingehalten werden.

Nächste Termine:

19.1.2012 20:00 Uhr
Monatlicher Treff in der
Gaststätte Roskamp
Hauptkanal li. 30

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