Kreis Emsland
29.01.2009
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Mehr Steinkäuze als erwartet
tb Meppen.
Der Steinkauz steht in der Roten Liste der gefährdeten Brutvögel ganz weit oben, sein Bestand in Niedersachsen gilt nach jahrelangen Einbrüchen als „vom Erlöschen bedroht“. Im Emsland dürften 2008 rund 85 Paare gebrütet haben – mehr als erwartet.
Im Rahmen einer niedersachsenweiten Erfassung haben der Naturschutzbund NABU, die Niedersächsische Ornithologische Vereinigung und die Staatliche Vogelschutzwarte die Brutpaare des kleinen Kulturfolgers gezählt. Im Emsland haben sich dafür rund 20 Ehrenamtliche in bekannte und vermutete Reviere der Eule begeben und gezählt. Heiko Rebling, Inge Barkmann und Brigitte Thien haben die Daten aller Melder nun zusammengefasst. Die drei Landschaftsplaner sind ehrenamtlich für den NABU aktiv.
Zur Erfassung der Bestände spielen die Eulenschützer den Käuzen ihren eigenen Revierruf vor, entweder von CD oder mithilfe einer kleinen Holzflöte. Befindet sich ein Steinkauz in der Nähe, antwortet er auf den vermeintlichen Nebenbuhler und kann kartiert werden.
Das Ergebnis: Niedersachsenweit ließen sich 247 Brutpaare direkt nachweisen, davon 19 im Emsland. Hinzu kommen 198 Reviere mit Brutverdacht, davon 66 im Emsland. Außerdem wurden landkreisweit weitere 52 Vögel zur Brutzeit registriert, so genannte Brutzeitfeststellungen. Vor allem der Lingener Raum ist bei Steinkäuzen beliebt (siehe Karte) und von landesweiter Bedeutung. Der stabile Bestand profitiert offenbar von einem sehr großen Vorkommen im angrenzenden Kreis Steinfurt.
Landesweit hatten die Eulenschützer 150 bis 200 Brutpaare erwartet und sind nun erfreut, dass es mehr sind als gedacht. Ein Grund für die relativ große Zahl dürfte aber nach NABU-Angaben auch die erstmalige systematische Erfassung der Bestände sein, die genauer ist als Schätzungen.
Die Gefährdungsursachen für den Steinkauz seien aber vielerorts weiter vorhanden, so der NABU. Die kleine Eule benötige als Kulturfolger kurzrasiges Grünland, auf dem sie vor allem Insekten jagen könne. Am besten geeignet seien beweidete Flächen ab einer Größe von einem halben Hektar.
Außerdem müssen Bruthöhlen vorhanden sein. „Früher gab es in Kopfweiden, alten Obstbäumen und Gebäuden genügend natürliche Bruthöhlen“, so Rebling. Weiden und Streuobstwiesen seien heute aber selten, ebenso offene Gebäude, sodass dem Kauz Brutmöglichkeiten fehlen.
Der NABU hat deshalb im Altkreis Lingen schon vor zehn Jahren begonnen, gezielt Nisthilfen anzubringen. Diese Arbeit wird inzwischen emslandweit fortgesetzt in der Hoffnung, dass die Bestände im Süden und Norden (Raum Vrees und bei Papenburg) wieder miteinander vernetzt werden.
 

Nächste Termine:

19.1.2012 20:00 Uhr
Monatlicher Treff in der
Gaststätte Roskamp
Hauptkanal li. 30

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